Das nächste Plenum ist am Dienstag den 14.04.26 in den Räumen der Jüdischen Gemeinde oder Online

online Zugang bitte per mail anfragen unter:
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Mitgliederversammlung Donnerstag, 16.4., 18.30 Uhr, Haus Kassel in Bad Nenndorf

Einladungen an die Mitglieder gehen per Mail an die Mitglieder

Forschung hat Interesse an Bad Nenndorf ist Bunt

Das Bündnis gegen Rechtsextremismus e.V. „Bad Nenndorf ist bunt“ hatte kürzlich Besuch aus Leipzig. K. Hilbich, die aus Bad Nenndorf stammt und jetzt in Leipzig Kulturwissenschaften im Master studiert, beschäftigt sich im Rahmen eines Forschungsseminars mit zivilgesellschaftlichem Engagement gegen Rechtsextremismus und möchte das Bündnis „Bad Nenndorf ist Bunt“ in den Mittelpunkt ihrer Forschung stellen.

„Ich bin selbst in Bad Nenndorf aufgewachsen und habe die Neonazi-„Trauermärsche“ sowie den vielfältigen Gegenprotest bereits in meiner Kindheit und Jugend miterlebt. Die bunten, solidarischen und friedlichen Aktionen haben meine politische Sozialisation stark geprägt. In meiner aktuellen Forschung geht es insbesondere darum, zu verstehen, wie es damals zum gemeinsamen Handeln und zur Gründung des Bündnisses gekommen ist“, so K. Hilbich.

Diesem Anliegen kamen einige Aktivisten von BNib gerne nach, und so traf man sich zu einer Gesprächsrunde, bei der im lockeren Frage-Antwort-Format der Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des Bündnis auf den Grund gegangen wurde. Das 90minütige Gespräch wurde aufgezeichnet, wird von K.Hilbich transkribiert und anonymisiert und anschließend ausgewertet. Die fertige Forschungsarbeit wird dem Bündnis zur Verfügung gestellt.

Im 20jährigen Jubiläumsjahr freut sich das Bündnis über dieses Interesse an seiner Arbeit und bereitet verschiedene Aktionen und Veranstaltungen für den bevorstehenden Sommer vor.

v.r.n.l. R.Drewnitzky, K.Hilbich, V.Winkler, C.Leifheit, J.Uebel

Foto: BNib e.V. Bad Nenndorf, 30.3.2026

Holocaust-Gedenken in Bad Nenndorf. Erinnern an die Shoah und die Schrecken des Faschismus

Am 26. und 27. Januar 2026 fanden in Bad Nenndorf zwei Gedenkveranstaltungen zur Erinnerung an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 81 Jahren statt.

Am 26.1. konnte, im Zusammenwirken mit der KurT, in den Phönix-Kurlichtspielen der Film „Ein verborgenes Leben“ aufgeführt werden. Das biografisch gefärbte Filmdrama erzählt die Lebensgeschichte des österreichischen Bauern Franz Jägerstätter, der aus Gewissensgründen den Kriegsdienst bei der Wehrmacht verweigert. Eindrücklich geschildert wird sein innerer Kampf, den er als Christ mit seinem Gewissen ausficht. Knapp 30 Interessierte nahmen die Vorstellung bei freiem Eintritt wahr. Der Film steht weiterhin für Schulklassen ab 11. Jahrgang zur Verfügung. Verantwortliche der Schulen melden sich dafür gern bei der KurT.

Am 27.1. versammelten sich ca. 60 Menschen aller Altersgruppen am Mahnmal für die verfolgten und ermordeten Juden in der Kurhausstraße.

Der Präventionsrat Rodenberg/Nenndorf und Bad Nenndorf ist bunt e.V. hatten eingeladen, am Internationalen Gedenktag für die Opfer des Holocaust, den Blick sowohl auf die menschenverachtenden Praktiken der historischen Nationalsozialisten während des Faschismus in Deutschland von 1933 bis 1945 zu legen, als auch daraus die Lehren für heute zu ziehen. Ludmilla Nekrasova sprach für die Jüdische Kultusgemeinde in Schaumburg, Schüler*innen des Gymnasiums Bad Nenndorf stellten die Biografien Nenndorfer Bürger jüdischen Glaubens vor. Der stellvertretende Bürgermeister von Bad Nenndorf Dietmar Buchholz sowie der stv. Samtgemeindebürgermeister Ralph Tegtmeier, zeigten in ihren Redebeiträgen die vielen unterschiedlichen Aspekte auf, warum aktives Erinnern an die Zeit des faschistischen Terrors notwendig für den Erhalt und Ausbau der heutigen Demokratie ist. Frau Thiemann vertrat die Kath. Gemeinde durch ein Gebet. Dr. Sebastin Sievers, sprach für die Ev. Kirchengemeinde. Der Posaunenchor der Ev. Kirchengemeinde unter der Leitung von Alessa Holzapfel rahmte die Veranstaltung musikalisch eindrucksvoll ein.

Redebeiträge am 27.01.2026 am Mahnmal:

Begrüßung durch Thomas Winkler

Schüler*innen des Gymnasiums Bad Nenndorf

Der stellvertretende Bürgermeister von Bad Nenndorf Dietmar Buchholz

Ludmilla Nekrasova
für die Jüdische Kultusgemeinde in Schaumburg

Frau Thiemann vertrat die Kath. Gemeinde
Schüler*innen des Gymnasiums Bad Nenndorf

stv. Samtgemeindebürgermeister Ralph Tegtmeier
Dr. Sebastin Sievers, für die Ev. Kirchengemeinde

Gedenkfeier zu den faschistischen Novemberpogromen von 1938 am 06.11.2025

Mehr als 80 junge und ältere Menschen beteiligten sich am Donnerstag, 6. November 2025 am Zug der Erinnerung durch das Zentrum von Bad Nenndorf. Unter dem Motto „Erinnern heißt wachsam sein!“ riefen sie die Novemberpogrome der Nationalsozialisten von 1938 ins Gedächtnis.
Damals wurden Synagogen in Brand gesetzt, Läden jüdischer Inhaber*innen zerstört und geplündert und Juden öffentlich verprügelt und ermordet. An den in der Haupt- und Parkstraße verlegten Stolpersteinen berichteten Schüler*innen der IGS Rodenberg und des Gymnasiums Bad Nenndorf vom Schicksal der deutschen und Nenndorfer Juden während des Faschismus in den Jahren 1933 bis 1945 und warnten vor Gleichgültigkeit gegenüber Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung heute.
Pastor Sebastian Sievers und Renate Thiemann als Vertreter*innen der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden trugen Gebete an den Stolpersteinen vor, und auch das Kaddisch, das jüdische Heiligungsgebet, wurde von Ludmilla Nekrasova gesprochen. Der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Bad Nenndorf, Dietmar Buchholz, und der Kommunalpolitiker Ralph Tegtmeier beschrieben in ihren Beiträgen, wie es zu den Wahlerfolgen der damaligen Faschisten und zur anschließenden Machtübergabe an sie auf Reichsebene kommen konnte, und welche Lehren für den Umgang mit Rechtsextremen heute daraus gezogen werden können.
Bei der Abschlusskundgebung auf dem Dr.-Ernst-Blumenberg-Platz erklärte Ludmilla Nekrasova, die zweite Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Schaumburg, in einer bewegenden Rede, sie habe in den 40 Jahren ihres Lebens in Deutschland noch nie so starken Antisemitismus erlebt wie seit dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023. Als Vertreter des Präventionsrates ging Torsten Deist auf das Motto der Veranstaltung „Erinnern heißt wachsam sein!“ ein, verband es mit der „Stuttgarter Schulderklärung“ von 1945 und schloß mit den Worten: „Wir müssen wachsam sein, und wir müssen dabei, wie es die große Margot Friedländer gerade am Ende ihres Lebens immer wieder betont hat, Mensch sein!“ Musikalisch begleitet wurde der Zug der Erinnerung durch die CJD-Schülerinnen Jossi van Aaken und Josina Töllner, die mit Gitarre und Gesang einen klangvollen Rahmen schufen. Am Mahnmal für die im Faschismus verfolgten und getöteten Juden in der Kurhausstraße, an dem zuvor Blumengestecke niedergelegt worden waren, fand die Veranstaltung in einem stillen Gedenken ihren Ausklang.

Das Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt e.V.“ bedankt sich bei allen Teilnehmenden und Unterstützer*innen dieser notwendigen und würdevollen Veranstaltung.

Bad Nenndorf, 7.11.25


Besonderen Grund zur Freude hatte das Bündnis gegen Rechtsextremismus, Bad Nenndorf ist bunt e.V.“

Zwei größere Geldspenden wurden von Schüler*innen der CJD Schule Schlaffhorst-Andersen und der Theater AG des Gymnasiums Bad Nenndorf überreicht. Die Spenden wurden beim CJD Sommerkonzert Ende Mai in der Wandelhalle gesammelt sowie bei den Aufführungen des Stückes „#diewelle2025“ in der Aula des Gymnasiums im Februar. Thomas Winkler vom Bündnis bedankte sich herzlich bei den Schüler*innen, dem CJD Schulleiter Michael Pannes, dem stellvertretenden GBN Schulleiter Michael Imhof und den Leitern der Theater AG Christian Krause und Jascha Benecke. Winkler betonte die Notwendigkeit, sich in allen gesellschaftlichen Bereichen für Demokratie, gegen Rechtsextremismus und Autoritarismus zu engagieren. Er freue sich, dass junge Menschen und Lehrkräfte an den beiden Schulen das offenbar auch so sehen. Es gebe schon eine Tradition von erfolgreichen Kooperationen und gemeinsamen Veranstaltungen, beispielsweise die jährlichen Gedenkveranstaltungen zum 27. Januar und 9. November, an die auch weiterhin angeknüpft werden soll. Die Spenden fließen ein in aktuelle Projekte von Bad Nenndorf ist bunt, wie Vortrags-und Musikveranstaltungen.

Vorstand BNib e.V. Bad Nenndorf, 1.9.25